Hyaluronsäure

Die Hyaluronsäure und ihre biologischen Funktionen

Hyaluronsäure (oder Hyaluronan, abgekürzt HA) ist ein Glykosaminoglykan, also ein Polysaccharid (ein Kohlenhydrat bzw. Vielfachzucker). Sie kommt in unserem Körper vor allem im Bindegewebe vor, ca. 50% des Hyaluronsäure-Gehalts im Körper befinden sich in der Haut. Zudem ist es einer der Hauptbestandteile der extrazellulären Matrix, also dem Rahmen, indem sich unsere Hautzellen befinden. Eine wichtige Rolle spielt die Hyaluronsäure bei der Speicherung von Feuchtigkeit, es ist bekannt, dass sie das 1000-fache ihres Eigengewichts an Wasser an sich binden kann. Keine andere biologische Substanz kann so viel Wasser an sich binden, wie die Hyaluronsäure. Allerdings verlangsamt sich mit zunehmendem Alter die Fähigkeit des Körpers Hyaluronsäure zu produzieren. Was wiederum ein Grund dafür ist, dass bei vielerlei kosmetischer Produkte Hyaluronan zum Einsatz kommt.[1] Darüber hinaus dient sie aber auch als „Füllstoff“ bzw. „Polsterung“, indem sie die Gelenke dämpft, Nervengewebe polstert, Haut und Haare hydratisiert sowie die Augen füllt. Entdeckt wurde die Hyaluronsäure ursprünglich von Karl Meyer im Jahr 1934. Der Körper enthält insgesamt ca. 15 Gramm Hyaluronsäure, wobei sie in fast jedem Körperteil vorhanden ist. Neben den bereits erwähnten Aufgaben der Hyaluronsäure dient sie laut wissenschaftlicher Studien auch dazu die:

  • Haut-Hydration zu verbessern (Anlagerung von Wassermolekülen in der Haut),
  • Stimulation der Kollagenproduktion in der Haut,
  • als Antioxidans und Radikalfänger,
  • zur Erhaltung der Hautelastizität
  • zur Polsterung der Gelenke und des Nervengewebes
  • Entzündungen zu hemmen, antibakteriell zu wirken
  • Bindung von Flüssigkeit in den Augengeweben, was vor zahlreichen Augenproblemen schützen kann.

Von den ca. 15 Gramm, die ein Mensch durchschnittlich in seinem Körper hat und welche als „Schutzmittel“ fungieren, werden täglich ungefähr ein Drittel abgebaut und metabolisiert. Wissenschaftler sehen genau hier die Problematik, denn mit zunehmendem Alter nimmt ebenfalls die Herstellung der Hyaluronsäure im Körper ab, dadurch sinken die Hyaluronsäurewerte im Körper. Es wird angenommen, dass die Synthese von Hyaluronsäure ab Mitte 40 ca. die Hälfte von dem entspricht, was der Körper tatsächlich benötigt.[2]


Welche Vorteile, welchen Nutzen kann Hyaluronsäure als Therapeutikum liefern?

Die Hyaluronsäure befindet sich knapp zur Hälfte in dem Kollagen der Haut. Hier dient sie dazu Wasser in den Zellen der Haut zu halten sowie die Hautverbindungen „fest“ zu halten. Durch ihre Wirkung als Feuchtigkeitsspender für die Haut kann sie zu einer glatteren und weicheren Haut beitragen sowie gleichzeitig Falten reduzieren. Darüber hinaus werden durch ihr Abfallstoffe aus den Zellen entfernt. Aber nicht nur die Haut profitiert von Hyaluronsäure, auch beispielsweise die Gelenke (z.B. bei Gelenkschmerzen, wie Arthrose) profitieren sehr von ihr, da Hyaluronan dabei hilft stärkere, gesündere und flexiblere Gelenke zu bilden. Sie gehört, wie bereits erwähnt, zu der Gruppe der Glykosaminoglykane (wozu auch das sehr bekannte Glucosamin zählt) und ist zugleich die aktivste Form der Glykosaminoglykane. Sie wirkt als Stoßdämpfer der Gelenke, da sie die Flüssigkeit des Gelenkgewebes schmiert und dessen Abbau stabilisiert. Zudem transportiert sie aus den Gelenken Abfallstoffe, die häufig sauer sind und durch die Zerstörung der Knorpelmatrix entstehen. Dadurch werden Gelenkschmerzen gelindert. Weiterhin schützt sie als Antioxidans die Gelenke vor freien Radikalen. Neben den Nutzen für die Gelenke verfügt die Hyaluronsäure aber auch über eine besondere Wirkung auf die Augen, da die Flüssigkeit in der Augenhöhle (der Glaskörper) fast vollständig aus Hyaluronan besteht. Das erste medizinische Hyaluronsäureprodukt war daher speziell für die Augenchirurgie vorgesehen. Es diente dazu die Heilungsprozesse nach Augen-Operationen zu beschleunigen. Hyaluronan befindet sich zudem in der Augenflüssigkeit und gibt ihr ihre vorteilhaften Eigenschaften. Vorteilhaft ist Hyaluronsäure außerdem besonders für Menschen mit trockenen Augen, da sie die das Augengewebe schmiert. Zudem kann sie, wenn wir älter werden, die Sehkraft unterstützen, da sie bei den Augengeweben für die wichtigen Augenstrukturen benötigt wird. Als wäre dies nicht schon genug, so wirkt die Hyaluronsäure auch gut bei Zahnfleischerkrankungen. Sie ist nämlich eine wichtige Komponente des Zahnfleisch-Bindegewebes und reduziert Zahnfleisch-Entzündungen, welche zu Zahnfleischbluten führen können und unterstützt die Regeneration von frischem und gesundem Zahnfleisch. Appliziert wird Hyaluronan dabei als Gel auf das Zahnfleisch. Darüber hinaus wird von Vorteilen der Hyaluronsäure für die Wundheilung, Muskelkraft, Energie und mentale Wachheit berichtet.[3] So hilft Hyaluronan beispielsweise auch bei Sonnenbrand, Fieberbläschen, Geschwüren (auch im Mund), Bissen und Verbrennungen. Zum Beispiel enthalten Lippenherpes-Cremes Hyaluronan-Gel, damit der Heilungsprozess beschleunigt wird und von Blutungen sowie Rissbildungen verhindert werden.[4]

Autor: A. Kopka, M.Sc.

Quellen:

[1] Victoria Hall (2016): The science of skincare: what is hyaluronic acid?. Abgerufen auf: www.telegraph.co.uk

[2] Shabir Daya: Hyaluronic Acid – The Anti-Ageing Nutrient? Abgerufen auf: www.victoriahealth.com

[3] ebenda

[4] O.V.: Hyaluronic Acid Benefits for Skin & Joints — Your Own Anti-Aging Acid. Dr.Axe. Abgerufen auf: draxe.com

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